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Liebe Michelle

  • 6. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Jan.


Vorweg: Schlimme Dinge sind in der Schweiz und der Welt passiert. Ich gehe nachher noch darauf ein, der Brief liest sich ohne diesen Disclaimer etwas komisch.


Ich sitze gerade im Starbucks und muss dir etwas gestehen: Ich glaube, ich habe zum ersten Mal so richtig bewusst einen Matcha getrunken. Etwas peinlich, ich weiss, aber manche Dinge gehen an mir vorbei; die Trends nicht, aber die Teilnahme. Und ich kann guten Gewisses sagen, dass es mir nicht schmeckt, ich finde es schmeckt nach Gras und Fisch. Aber vielleicht war es auch einfach ein schlechter Matcha, das sagt Google. Guter Matcha soll schliesslich umamig schmecken.


Ich hatte nochmals eine Knie-OP vor Weihnachten und deswegen die Ferien mehrheitlich auf der Couch verbracht. Jetzt sind wir reingegangen ins 2026 und von meiner Seite gibt es noch nicht so viele News, ausser vielleicht, dass 2026 das Jahr ist, in dem auch ich endlich meine Agenda digital führe. What a big step! Aber ich muss mir trotzdem noch etwas zum Anfassen kaufen, einfach für das Gefühl. Ich habe mir auch ein Visionboard zusammengestellt für dieses Jahr, dafür habe ich zu lange gebraucht, weil ich nicht weiss, was mein ästhetic ist.


Bevor ich auch einen Blick nach vorne wage (keine Lust nach hinten zu schauen) muss ich hier noch unser super-cutes Silvester erwähnen. For the books. Es wäre eine Schande, wenn ich nicht ein bisschen mit unserer Freundesgruppe bluffen würde. Wir sind nach Zürich gefahren, um bei einer Verwandten von J. mitten (!) im Niederdörfli in der ehemaligen Residenz des Grossmünster-Gärtners eine Nacht zu verbringen. Vor den Feierlichkeiten ging es auf die Kunsti beim Dolder, bevor wir vor dem gleichnamigen Hotel mit den Worten «you have to leave» vertrieben wurden. Legendär. Ich manifestiere: in 50 Jahren feiern wir dort Silvester, ohne vertrieben zu werden. (Nur ein paar werden das Ganze bezahlen, sehr bescheiden, very demure und diskret durch doppeltes Zwinkern oder was auch immer die Zahlmethode in 50 Jahren sein wird). Dann kam der traditionelle Tiefkühl-Apéro. E. und A. haben hart abgeliefert mit Goodie-Bags, bei denen Kindergeburtstagsvibes aufkamen, wieder gekillt durch die (nicht wirklich essbaren) Jello-Shots. Nach den Gesichtsmasken und dem gemeinsamen Aufbitchen vor dem Spiegel wie mit 16 und der nährenden Cinque-Pi kam ein weiteres Highlight: unsere jährlichen Pupquizzes. A. und ich waren leider nicht sehr erfolgreich, hier aber 3 Dinge, die ich bei den Pup-Quizzes gelernt habe:


  • Agatha Christie ist 1926 für 11 Tage vermisst worden. (Das musste ich nochmals googeln.) Queen Elisabeth ist im gleichen Jahr geboren.

  • Das Grossmünster misst 63 Meter.

  • Ferrari ist die italienische Namensbezeichnung für Schmid/Smith.


Danach noch das schöne Feuerwerk am See (und Aufregen über Leute, die gleichzeitig Böller zünden, so dumm). Nicht zu vergessen, E., die sich beim Zünserle mit Frauenfürzen und anderem kleinem Feuerwerk amüsiert wie ein Kind. Am nächsten Morgen muss ich wohl noch die aufrollbaren Aufback-Gipfeli aus der Dose erwähnen, bei denen E. und du euch ausgelebt habt. Leider konnten von unserem 2025 Bingo fast keine Punkte abgehakt werden. Ich bin gespannt, wie es in einem Jahr aussieht, ich glaube wir waren in diesem Jahr etwas bescheidener. Da ich in meiner Familie fast keine festen Traditionen mehr habe, was manchmal gut, abr auch etwas schade ist, bin ich froh, diese Silvestertradition mit euch zu haben. Alles kann eine Tradition sein, auch dumme Dinge.


Dieser kleine Text ist eigentlich ein indirektes Dankeschön ans Orga-OK <3


Du hast pop-kulturell so krass abgeliefert, ich habe mir nun gedacht, dass ich eine Liste schreibe mit so random Vorsätzen. (Ich wollte erst so oddly specific machen, aber dann kam mir nichts Lustiges in den Sinn.) Drei Learnings aus 2025 habe ich trotzdem noch auf Lager:


1.         Selbstmanipulation und Performance ist nicht immer schlecht.


2.         Zeit ist ein komisches Konstrukt.


3.         Mit Akryl-Fingernägel ist das Tippen auf jeder Art von Tastatur erheblich erschwert.


Nun zu den Vorsätzen:


1.         Langsamer schreiben (oder genauer) und somit weniger Zeit auf der Delete-Taste verbringen. (Handy und Laptop)


2.         Mehr Dinge dokumentieren, z.B. Bücher und Filme und Fitnesszeugs.


3.         Mehr Automatismen in meinen Alltag implementieren.   


4.         Mehr Fingerringe tragen für fidgeting.


5.         Meine Tage wieder haben, lol.


6.         Schneller werden (in allem).


7.         Mir mehr Frisuren machen.


8.         Weniger Gedankenausfälle haben.


9.         Mehr Spassgetränke.


10.   Zeit besser einteilen können.


11.   Entscheidungsfreudiger werden.


12.   Besser prokrastinieren, bedeutet ,die Prokrastinationszeit mit etwas verbringen, was mich auch wirklich erfüllt oder glücklich macht und nicht umgekehrt.


13.   Mehr Ideen haben.


14.   Mehr träumen (hatte ich für 2024 schon drauf lol.)


15.   Wieder joggen können.


16.   Einen Slam im Plank durchführen.


17.   Mehr Käsesorten kennen und eine Meinung dazu haben. (das sollte einfach werden.)


18.   Unterricht planen, hinter dem ich stehen kann.


19.   Prios richtig setzen.


20.   Wieder Ski- und Langlaufen können.


21.   Sommerferien am Meer.


22.   Einmal 8h durchschlafen.


23.   Mehr Fotos und Videos machen.


24.   Ein Tattoo stechen lassen.


25.   Einen tieferen Ruhepuls haben (durch Sport oder so).


26.   Wieder Haare haben, die weniger schnell fetten. (Ist bei mir so hormonell bedingt irgendwie)

 

Nun noch zu den Geschehnissen in Crans Montana: Heute habe ich das Unglück mit der einen Klasse besprochen, die Kinder sind nur wenig jünger als die Opfer. Sie waren alle etwas verwirrt und hatten viel Halbwissen. Ich weiss bei solchen Tragödien oft nicht genau, wie fühlen, was denken, manchmal bin ich gar erschreckt darüber, wie wenig Trauer ich empfinde. Liegt es daran, dass ich bisher zu wenig Konfrontation mit dem Tod hatte? Ich glaube, dass ich schon einmal darüber geschrieben habe. Trotzdem kenne ich die nagende Angst, einen nahestehenden Menschen zu verlieren, diesen Terror, der einem auffrisst. Es muss horrend sein, Stunden nicht zu wissen, ob das eigene Kind noch lebt. Medial habe ich das Gefühl, dass gerade obsessiv nach Schuldigen gesucht wird. Es kann gut sein, dass dies eine Genugtuung für die betroffenen Familien sein kann, trotzdem fehlt mir dabei irgendwie der Fokus auf die Opfer und deren Zukunft für die noch Lebenden.


So weit so gut, ich mag auch nicht mehr Kategorien schrieben (siehe Punkt  Zeit.) Aber ich habe ein bisschen geglotzt auf der Couch, ich nenne Tops und Flops:


Tops: Stranger Things, Home for Christmas, Gilmore Girls.


Flops: Emily in Paris


Das Wort der Woche darf trotzdem nicht fehlen: Zünserle.

 

Da wird wieder mehr Platz sein in meinem Kopf. Ich manifestiere das.


ICH WÜNSCHE EUCH ALLEN EIN FROHES 2026!


Alles Liebe


Vera

 


Zukunftsresidenz
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