top of page

Liebe Michelle

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Endlich! Es riecht morgens nach Süden, dieser ganz bestimmte Geruch, den es bei uns in den nördlichen Breitengeraden nicht gibt und ich muss mich täglich davon überzeugen, dass ich nicht in den Ferien bin. Tatsächlich lebe ich gerade auch etwas, als hätte ich Ferien. Über Ostern waren meine Eltern noch hier und ich bin nicht mehr so fleissig mit meinen Uni- oder Gymroutinen. Aber das ist gerade ziemlich okay. Heute hat J. Geburtstag und morgens war sie mit ihrem Freund bei mir einen Kaffee trinken, sie sassen auf meinem Bett, während ich meine Bialetti, die ich in letzter Zeit ganz schon lieb gewonnen habe und mit der ich sehr teuren Kaffee mache – ich glaube jeden Tag einer vom Automaten wäre günstiger - in Bereitschaft setzte. Die letzten zweieinhalb Jahre habe ich immer Kaffee aus der Maschine getrunken und irgendwie geniesse ich es gerade sehr, wieder für mich und andere täglich Kaffee zu kochen. Wir sassen so da, das Fenster noch offen und schwatzten darüber, was sie so vorhaben und ich dachte, das Leben ist schon ziemlich okay. Und gestern lag ich um 1 nackt in meinem Bett und habe zu Addio del passato aus la Traviata geweint, weil man dazu nicht nicht weinen kann.


Jetzt sitze ich gerade mit geschlossenen Läden in meinem kleinen Studio, das Tiramisù für heute Abend steht im Kühlschrank, um richtig gut zu werden. Es ist so warm, dass ich die Läden jetzt den Tag durch schliesse et ça fait très été. Ich schreibe gerade wirklich zu Hypemusik, was ich eigentlich nie tue, weil es mich ablenkt. Aber jetzt ist gerade okay. Okay, man merkt es, ich bin gerade ziemlich hype und vielleicht ist das auch etwas gefährlich, weil ich könnte immer wieder fallen, aber Hochmut kommt blablabla.


Als ich heute Morgen in der Sonne zum Intermarché spaziert bin, dachte ich, dass ich den heutigen Tag, dieses Gefühl konservieren möchte. Einschliessen in ein kleines Einmachglas, das ich jederzeit wieder öffnen kann, wenn ich es brauche. Ich dachte Je kiffe la vie. Mit meinen Birkis und der schwarzen Jeans, mit schwarzem Gürtel festgemacht, sah ich aus, wie die grösste deutsche Touristin (oder wie Armie Hammer in Call me by your name, aber ohne den Penis, der unter der Hose hervorschaut). Und ich dachte daran, wie ich vor einem halben Jahr mit schlimmen Gedanken in meinem Bett lag oder durch den kleinen Coop unten in der FHNW ging und die Gedanken bedrückender wurden, wenn ich es nicht geschafft hatte, direkt ein Zmittag auszusuchen oder genug schnell zu zahlen. Vielleicht scheint mit dieses Montpellier doch ziemlich gut zu tun und irgendwie bin ich auch stolz, die Tage, in denen ich dachte, dass ich das niemals schaffe, zu grosses Chaos für alles bin. Und ich bin immer noch Chaos, aber heute war es mir einfach egal, dass ich es nicht geschafft hatte, nach dem Einkaufen im Intermarché an der richtigen Haltestelle auszusteigen im Bus, da ich zu wenig schnell war. Und dann im Tram nochmals. Denn es ist nicht so schlimm. Darum soll es nicht gehen.


Eigentlich wollte ich dir diese Woche über Hinge und Dating schreiben und ich hatte noch Gedanken zu feministischen Themen wie Rasieren bereit (lol) , aber irgendwie ist mir jetzt gerade nicht danach, irgendwie will ich einfach mich diesem Gefühl hingeben, wenn auch nur für einen Tag. Und wenn es mir mal wieder richtig scheisse geht, dann denke ich daran, dass der 10. April 2026 ein ganz guter und doch sehr lebenswerter Tag war. Ausserdem habe ich dir einen zweiseitigen Brief geschrieben, indem es um Dating ging und du meintest darauf, okay, Vera, Banger, aber willst du wirklich, dass das dein alter Deutschlehrer liest? Nun ja, vielleicht nicht, obwohl es gar nicht so persönlich war.


Da ich sicherlich alle mit meinem Südengeschwärme neidisch mache, will ich ein bisschen die Vorfreude verbreiten, es gibt da ein Meer -  gar nicht so weit von der Schweiz entfernt, wenn wir ehrlich sind - und dieses Meer, nun ehrlichgesagt ist es gerade noch ziemlich kalt, aber es ist gerade dran Tag für Tag wärmer zu wärmen, um dann in ein paar Monaten uns alle ein paar Tage oder ein paar Wochen unseren Alltag vergessen zu lassen. Deswegen stay put.


Als letzter noch eine andere tolle Info, ICH KANN WIEDER JOGGEN.. Also, naja, ein bisschen aufpassen muss ich schon, aber ich habe mein Knieprogramm im März ziemlich gut durchgezogen (seit April nicht mehr) und letztens war ich mit J. 8 km joggen mit 5:30 pace, ganz okay für den Anfang, glaube ich. (Okay, kleiner Flex, aber ich habe einfach eine gute Grundkondition und war auf manchmal auf dem Stepper)


Nun ja, jetzt gehe ich noch etwas spörteln glaube ich, um mich dann danach für den Abend ready zu machen. (Habe blauen Maskara gekauft, hype!) Ich freue mich gerade sehr, wir sind eine lustige Truppe.


Okay, ich fetz dir noch die Kategorien rein.


Etwas zum Hören: Ich bin ehrlich nicht sicher, ob ich es schon einmal empfohlen habe, aber Juste Amis von Théa. Richiger Banger und sehr hype, solltest du auf deine Playlist für vor dem Match hauen.


Etwas zum Glotzen: Omg! Du musst sie dir anschauen. Der Comedian David Castello-Lopez hat mit RTS so eine Serie mit kurzen Videos über die Schweiz gemacht und dieser Typ trifft einfach genau meinen Humor. Da du wieder mehr Französisch konsumieren willst, sowieso perfekt. Ist sehr alltägliche Sprache und deswegen vielleicht nicht immer ganz einfach zu verstehen. Das eine Video heisst zum Beispiel: Pourquoi Berne c’est la capitale de la Suisse et pas une ville mieux ? und schon der Titel, wie es ausgedrückt ist, haut mich weg. Schon Bünzli von mir.


Etwas zum Essen: Ich werde gerade mit frisch zubereitetem Essen Dietessen in Barquettes durchgefüttert und letztens hatte ich Morue (Irgendein Fisch, ich vergesse immer welchen, ich glaube Seehecht?? – falsch, est ist Kabeljau, Seehecht ist Merlu, omg)  mit Quinoa und Tomaten und das war ziemlich geil. Deswegen sage ich hier einfach Fisch, auch wenn die Umwelt nicht einverstanden ist, aber an dieser Stelle auch noch ein guter Satz, der mich führt zu:


Etwas zum Lesen: Ich habe was angefangen, wo ich aber noch kein Review geben kann, aber deswegen nehme ich die objectifs von le grand soulagement, einfach so coole Plakate mit politischen Sprüchen, aber auch ein bisschen Franz-Insider halt:


Und natürlich: DEINE ROMANCE. Der Hype ist real und ich freue mich, darf ich daran teilnehemn und deine grösste Bewunderin und manchmal auch Kritikerin sein.


Wort der Woche: Clitkeep.


Okay, bye, machs gut, alles liebe und OMG DU KOMMST MICH BESUCHEN; CHASCH NO FREU MI MEGA!



Herz, herz, herz!



Vera




 

 

 


 
 
 

Kommentare


bottom of page